Foto: Diana Deniz

Exil heute – Lesung mit Yamen Hussein

Die Stühle reichten nicht aus. Einige Besucher_innen der Lesung mit Yamen Hussein (Foto: Diana Deniz) am 4. Februar 2015 in der Gemeinschaftsunterkunft Calmberstraße setzten sich kurzerhand auf den Boden, um den Ausführungen des syrischen Autors zu folgen. Er flüchtete in die Türkei, seit Dezember lebt er in München. Der 31-jährige Yamen Hussein geriet bereits während seines Mathematik-Studiums durch erste journalistische Veröffentlichungen ins Visier der syrischen Sicherheitsbehörden. In seinen Artikeln kritisierte er die Eingriffe des Staates in die Pressefreiheit und protestierte gegen die Verbrechen während des Bürgerkriegs. Aktuell ist Hussein Stipendiat des Writers-in-Exile-Programms. Das Projekt möchte Schreibenden, die in ihrer Heimat Schreibverboten, Bedrohung und Verfolgung ausgesetzt sind, eine neue Perspektive bieten.

Zu den Gästen der Veranstaltung im Rahmen des Brechtfestivals gehörten Umweltreferent Reiner Erben, Sozialreferent und Bürgermeister Stefan Kiefer, Kulturamtsmitarbeiterin Elke Seidel und viele ehrenamtlich engagierte Menschen im Asylbereich sowie eine Gruppe von Asylbewerbern, die extra aus dem Augsburger Landkreis angereist waren. Gespannt hörten sie der Lesung in arabischer Sprache mit deutscher Übersetzung zu. Das Schreiben, so sagt Yamen Hussein, hilft gegen das Zerbrechen, Verzweifeln und den Verlust.

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